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Startseite Susanne über uns
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Sopran |
Der Sopran ist die zweifellos stimmgewaltigste Sparte unseres Chores. Es handelt sich hierbei um eine Ansammlung von Damen, die richtig hoch hinaus wollen - oder sollen - oder müssen - oder so.
Der Sopran steht aus Sicht des Publikums vorne rechts und hat es eigentlich sehr bequem. Meistens singt er nämlich die Melodiestimme. Bei den gängigen Liedern kennt man die sowieso (singen kann sie dennoch längst nicht jeder), und bei unbekannten Liedern ist sie zumindest so eingängig, dass man sie gut lernen und auch mal alleine vor sich hin trällern kann.
So einfach wie sie sich anhört ist die Sache denn aber doch nicht; deshalb Hut ab vor den Soprandamen. Denn da ist ja noch diese verdammte Höhe! Schon beim Einsingen liften sie sich in mir nicht zugängliche Gefilde. Und trotzdem ist die Chefin mitunter nicht zufrieden, wie ihr nach oben gerichteter Zeigefinger manchmal unschwer erkennen lässt, der den Sängerinnen den Weg in die gewünschte Richtung weist.
Und man muss so einen hohen Ton ja nicht nur irgendwie rausbringen, er soll sich außerdem auch noch schön anhören! Das wiederum erscheint mir selbst völlig unmöglich.
Also Ihr lieben Sopranistinnen, meinen Respekt habt Ihr, und immer schön fleißig üben!
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Alt |
Unser Alt! Unser junger und jung gebliebener Alt!
Der Alt steht aus Sicht des Publikums vorne links, und die Damen der dortigen Fraktion sind (zahlenmäßig!) nicht ganz so umfangreich wie die Sopranistinnen.
Die armen Alten müssen immer gegen die allgewaltige Melodiestimme der Sopraninen ansingen, und das kann ihre Position mitunter empfindlich schwächen.
Aus meiner Sicht haben sie oft den schwersten Part bei der ganzen Singerei. Zwar wird einem bei den dort geforderten Höhen nicht gerade schwindelig, aber dafür sind die Stimmen manchmal ganz schön schräg und lassen sich nicht mal gerade so unter der Dusche üben. Bei der Probe äußert sich das meist in einem intensiven Mitspielen der Altstimme durch unsere Chefin am Keyboard, die offenbar glaubt, dass sie durch heftiges Bedienen ihrer Tasten die schrägen Töne in die Köpfe (und Hälse) der Damen auf immer und ewig hineinschmieden könne. Erstaunlicherweise fruchtet diese Methode aufs Beste und der Alt steht bombenfest.
Außerdem haben die Altfrauen sehr sichere, erfahrene, nette, musikalische, stimmgewaltige, gesangserprobte Mitstreiterinnen in ihren Reihen und sie können alle miteinander zwar Alt singen, aber niemals alt aussehen.
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Männer |
Eigentlich ist "Männer" ja keine Singstimme - bei uns aber doch. Und was für eine!
Bis vor zwei Proben hatten sich die Männer und alles was sonst noch dazu gehört hinter Sopran und Alt wie eine Perlenschnur aufgereiht (Mittlerweile haben die Männer - vom Publikum aus links - Sopran und Alt unterwandert, was sich noch bewähren muss.). Dies sollte keineswegs zu dem Gedanken verleiten, sie seien die absolute Perle unseres Gesangs. Aber man muss sagen: Wir mühen uns redlich.
Die Männer leiden besonders unter ihrer hoffnungslosen Unterrepräsentation. Sie sind so wenige, dass sie zum einen eigentlich einen Gleichstellungsbeauftragten aus ihren Reihen wählen müssten und zum anderen dringend der Unterstützung bedurften.
Deshalb haben sich einige aus der Damenriege (zu denene ich selbst auch gehöre) bereit erklärt die Männer gesanglich zu unterstützen.
Eine Zeit lang war die Männerstimme mal ganz gut besetzt; das verführte unsere Chefin zu dem waghalsigen Abenteuer, die Männerstimme für ein Stück in Tenor und Bass zu teilen. Bei der "Uraufführung" waren dann noch zwei Sänger für die Bassstimme übrig - und das waren Frauen. Ja, ja, wer sich in Gefahr begibt ...
Aber an dieser Stelle mal ein dickes Lob für unsere Männer - ich meine die richtigen, jetzt mal nicht die Aushilfsmänner. Sie halten sich richtig tapfer, und ich meine im Laufe der Jahre festgestellt zu haben, dass sie trotz ihrer geringen Anzahl deutlich hörbarer geworden sind. Das ewige Üben lohnt sich eben doch.
Aber wenn irgendwo noch Männer sind, die gern singen oder es nicht so genau wissen und mal versuchen wollen, kommt doch mal zu den Klangfarben! Wir würden Euch sozusagen auf den Händen tragen. Der Mann, der regelmäßig zu den Proben kommt und auch bei den Auftritten nicht kneift, ist bei uns hoch angesehen und äußerst willkommen.
So, jetzt aber Schluss mit Süßholz! Schließlich haben auch die Männer ihre souveräne und zuverlässige Stammbesetzung, die sich überall sehen und hören lassen kann!
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Proben |
Ja, die Proben .....!!!!
Einmal in der Woche treffen wir uns in der Kirche und dann wird gesungen, dass es eine Freude ist.
Die Anwohner des Kaltbergs haben eigentlich keine andere Chance als unsere Chorproben als regelmäßigen Termin in ihre Kalender aufzunehmen.
Einerseits ist die Geräuschentwicklung beträchtlich, können wir doch an guten Tagen mehr als 60 Sängerinnen und Sänger aufbieten; andererseits haben die armen Leute mitunter wohl einige Probleme in ihre Hauseinfahrten und Garagen zu kommen, weil die ganze Straße voller Transportvehikel für Chormitglieder steht (die selbstverständlich die kostbare Stimme schonen müssen und darum aus Angst vor Feuchtigkeit auch mal die kürzeren Wege mit dem Auto fahren).
Dafür dürfen die Leute ganz oft unseren Gesang genießen (?), und man könnte durchaus mal eine Umfrage unter den Anwohnern starten um zu ermitteln, ob wir denn im Laufe der Jahre Fortschritte gemacht haben.
Für uns sind die Proben natürlich ein Stück Arbeit, die auch mitunter etwas Absurdes hat. Wir singen mitten im Sommer Weihnachtlieder! Das ist dann schon ein bisschen merkwürdig.
Aber diese Art der Arbeit macht uns allen Spaß und wir sind jedes Mal wieder gern dabei. Außerdem erfüllt es den eifrigen Sänger schon mit einem gewissen Stolz, wenn ein neues Lied einstudiert wird, welches sich nachher tatsächlich gut anhört. Manchmal kommt sogar Lob von dem einen oder anderen zufälligen Besucher. Das ist dann natürlich besonder schön.
Ja, und nach der Probe ist Après-Probe, und das kann wirklich auch sehr unterhaltend sein ...
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Konzert |
Und warum die ganze Mühe?
Beisammensein mit netten Leuten, Spaß, Abwechslung, raus aus dem Alltag. Das kann man schließlich auch an anderer Stelle finden. Und singen kann man unter der Dusche.
Aber da sind ja auch noch unsere Konzerte!
Zweimal im Jahr erfreuen/belästigen wir andere mit unserem Gesang. Im Sommer und um die Weihnachtszeit legen wir so richtig los.
Man merkt es schon viel früher. Plötzlich ändert sich etwas. Die Chefin ist auf einmal von einer merklichen Strenge überkommen. Es wird intensiv geprobt. Unkonzentriertheit, Gerede, Gegacker, Gealber wird mit einem multilingualen "schschsch!!!" quittiert. Wir sind gehalten Texte auswendig zu lernen und ohne Noten zu singen.
Und trotz aller Überei lernt man es eigentlich nie so richtig - die Sache mit dem Konzert meine ich.
Das ist eben ein ganz eigenes Ding. So wie Klassenarbeiten, Vorstellungsgespräche, Kinderkriegen. Auch bei wiederholtem Mitwirken ist ein Konzert immer wieder etwas Neues.
Man schuftet sich dafür ab, man übt und probiert und singt und engagiert sich und freut sich ganz fürchterlich darauf.
Vor dem Konzert hat man Herzklopfen und schwitzige Hände und Lampenfieber. Sind die richtigen Lieder ausgewählt? Sollte man das eine nicht einen halben Ton höher (für die Frauenmänner und gegen den Sopran) oder das andere einen halben Ton tiefer (umgekehrt) probieren? Ist genug Bewegung in der ganzen Angelegenheit? Sind die Solisten fit und gesund? Machen alle ein freundliches Gesicht?
Während des Konzerts merkt man, dass es den Leuten gefällt. Bisher hat es das jedenfalls immer getan. Man entdeckt lächelnde Gesichter im Publikum, es wird applaudiert und mitgeklatscht. Dann überkommt einen ein großes Glücksgefühl, weil man mit Gesang offenbar wirklich viel Freude bereiten kann.
Nach dem Konzert wird kritisiert, gelobt, gegessen, getrunken und mitunter recht ausgelassen gefeiert. Man ist geschafft und euphorisch und ausgesungen und ein bisschen traurig, weil es vorbei ist.
Aber die Freude überwiegt, denn wir wissen alle: Nach dem Konzert ist vor dem Konzert!
In diesem Sinne möchte ich die kleine Serie über unsere gemeinsame Singerei beenden. Jetzt habe ich keine Zeit mehr zum Schreiben. Ich muss bis zum Konzert noch viel üben ....
Bis Samstag Eure Susanne
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